Was ist beim Kauf von Phyto-Präparaten und Nahrungsergänzungsmitteln in den USA besonders zu beachten?
 

Angesichts der restriktiven Bestimmungen, welche die Gesundheitsbehörden mehrerer Länder im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel walten lassen, sind namentlich in Europa viele Menschen dazu übergegangen, sich entsprechende Präparate in anderen Ländern – und dabei vorwiegend in Übersee – zu besorgen. Diese Beschaffung ist leider nicht ganz risikolos. Deshalb tun Personen, die solche Produkte nicht über ihre gewohnten Handelswege, sondern im grenzüberschreitenden Warenverkehr beziehen, gut daran, bei ihrer Beschaffungspraxis den folgenden Aspekten Beachtung zu schenken:

·       Nahrungsergänzungsmittel aus dem Ausland können grundsätzlich über Lieferanten mit Ausland-Versandservice, über Freunde, Bekannte und Verwandte, die in den entsprechenden Ländern leben oder regelmässig dorthin fahren, oder auch über Internet besorgt werden. Der sicherste und wohl auch ökonomischste Weg führt dabei über verlässliche, langfristige Beziehungen – sei dies an Ort wohnende Freunde oder seriöse Lieferanten.

·        Beim Kauf entsprechender Produkte ist stets auf Kontinuität zu achten: Wenn man ein Produkt einmal ausgetestet und als wohltuend und nützlich erkannt wie auch Erfahrungen mit der optimalen Einnahme und Dosierung gesammelt hat, sollte man mit Vorteil dabei bleiben. Während dies bei einem kontinuierlichen Bezug über ein und dieselbe Quelle in der Regel der Fall ist, muss bei der Beschaffung über Bekannte darauf geachtet werden, dass diese stets dieselben Produkte einkaufen.

·        Eine gewisse Zurückhaltung ist bei Lieferanten geboten, die ihren Vertrieb ausschliesslich über Internet organisieren. Hier sollten zunächst zwei bis drei Testkäufe getätigt werden, um Produkte, Service und Seriosität zu überprüfen, ehe Ware für grössere Beträge eingekauft wird.

·        Es gibt auch Firmen, die nach dem Prinzip "Geld in ein Couvert stecken und ab-die-Post" arbeiten. Verschiedene Hinweise lassen jedoch darauf schliessen, dass hier die Ausfallquote besonders hoch sein dürfte. Es muss zudem angenommen werden, dass sich auf diesem Feld auch einige ausgesprochene "Abzocker" tummeln.

·        Die Seriosität eines Angebots ist in der Regel nicht leicht einzuschätzen. Ein Testkauf erscheint deshalb in jedem Falle empfehlenswert. Denn anhand der Packung bzw. der Packungsaufschriften lässt sich bereits recht gut über die Vertrauenswürdigkeit des Produkts urteilen. Massgebend ist dabei, ob Angaben über Produkt, Zusammensetzung und Hersteller vorhanden sind, ob Hinweise zur Einnahme und Dosierung vermittelt werden und ob die Packung mit einer Lot-Nummer und einer "Expiration Date" (Ablaufdatum) versehen ist.

·        Wichtig ist auch der Herkunftsort der Produkte: Nahrungsergänzungsmittel bedürfen zwar in den USA keiner behördlichen Zulassung, aber sie unterstehen letztlich der Kontrolle der FDA und der Deklarationspflicht. Die schafft einen relativ hohen Sicherheitsstandard. Grosse Vorsicht ist dagegen bei Produkten aus Fernost und Südamerika geboten, die nicht selten mit grossen Qualitätsrisiken behaftet und bisweilen sogar gefährlich sind.

·       Präparate und Wirkstoffe, die man noch nicht kennt, sollten zunächst immer auf deren Wirkung und gute Verträglichkeit hin ausgetestet werden. Dabei ist zu beachten, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht Heilmitteln gleichgesetzt werden dürfen: Im Gegensatz zu jenen tritt die spürbare Wirkung oft erst nach Wochen, bisweilen gar erst nach Monaten ein. Umgekehrt kann jedoch die Verträglichkeit in der Regel früher beurteilt werden.

·       Auf den Einkauf von Medikamenten, die auch in den USA der Rezeptpflicht unterliegen, sollte konsequent verzichtet werden. Zwar wird hier einiges über Internet angeboten – häufig verbunden mit einer kurzen Ferndiagnose durch einen amerikanischen Arzt. Solche Angebote bewegen sich jedoch am Rande der Legalität; ihre Inanspruchnahme ist für die Patienten mit einigen Risiken verbunden.

·       In diesem Zusammenhang muss insbesondere auf den "Fall Viagra" hingewiesen werden: Dieses Medikament gegen die erektile Dysfunktion wird besonders häufig über Internet angeboten. Viagra und dessen Konkurrenzprodukte wie z.B. Cialis sind jedoch bei unsachgemässer Einnahme und Dosierung eine sehr risikoreiche Sache – insbesondere für Personen, die an Herz/Kreislaufproblemen leiden und unter entsprechender Medikation stehen. Ausserdem wurden unter dem Titel "Viagra" viele Fälschungen angeboten, die den Hauptwirkstoff in stark gestreckter Form oder überhaupt nicht enthielten – dafür nicht selten einen gefährlichen Medikamenten-Cocktail, der den Verwendern nicht bekam.

·       Wer rezeptpflichtige Medikamente aus dem Ausland braucht – sei es, dass diese im Inland nicht erhältlich sind oder sich dort noch im Zulassungsverfahren befinden – sollte sich nicht an der ärztlichen Konsultation vorbeimogeln. Gestützt auf ein ärztliches Rezept können Medikamente aus dem Ausland auch auf ordentlichem Wege über Apotheken mit internationalen Beziehungen beschafft werden. Und wenn der Arzt die Medikation mit Präparaten aus dem Ausland als unerlässlich deklariert, so kommen meist auch die Krankenkassen für die Kosten ihrer Beschaffung auf.

·      Da die Handlings- und Versandkosten auch in den USA relativ hoch sind, bieten manche Versender ihren Kunden respektable Rabatte an, wenn diese mehrere Packungen des gleichen Präparats beziehen. Bei Erstkäufen eines Präparats empfiehlt es sich jedoch, sich von dieser Vergünstigung nicht blenden zu lassen. Grössere Quantitäten sollte man erst beschaffen, wenn man das Produkt ausgetestet hat und von dessen Positiver Wirkung überzeugt ist.
 

Bei der Beschaffung grösserer Mengen muss auch dem Verfalldatum Beachtung geschenkt werden. Obwohl die meisten Kapseln und Tabletten in ungeöffneten Packungen gut ein Jahr über dieses Datum hinaus stabil bleiben, sollten grundsätzlich keine Vorräte für mehrere Jahre angelegt werden – auch dann nicht, wenn man fürchten muss, dass die Bezugsquelle in absehbarer Zeit versiegen könnte.

 

zurück